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Das Fernsehen (in seiner linearen Form über Satelliten- oder Kabelnetzwerk) war lange Zeit das zentrale Medium in unserer Gesellschaft. Zur Informationsgewinnung und zur Unterhaltung hatte es das Radio und die Zeitung fast verdrängt. Oft wurden gesellschaftliche oder politische Debatten durch Sendungen im TV gelenkt und Standards für den Alltag definiert.

Nach einer Langzeitstudie der größten deutschen Rundfunkanstalten, ARD und ZDF, sind bei den 14- bis 29- Jährigen allerdings Tablets und Smartphones längst die wichtigeren Geräte für den Konsum von Video-Inhalten.
Besonders verbreitet ist dabei die simultane Internetnutzung. Ein Second Screen: Während der Fernseher läuft, wird zeitgleich auf einem anderen Gerät im Internet gesurft. Nach einer von Google finanzierten Studie der GfK Crossmedia Link Deutschland würden dabei hauptsächlich Kleinigkeiten „nebenbei“ erledigt. Also zum Hauptprogramm auf dem Fernseher wird zusätzlich gechattet oder das Wetter am Folgetag recherchiert. Rund 90 Prozent aller befragten Internetnutzer gaben ein solches Verhalten zu Protokoll. Im Schnitt, so wurde für die Studie errechnet, seien dabei acht Minuten pro voller Stunde zwei Bildschirme in Benutzung. Hierbei weisen Nutzer von mobilen Endgeräten, also Smartphones und Tablets, eine deutlich höhere simultane Nutzung auf, als Nutzer von herkömmlichen Desktop-Computern. Insgesamt würden gerne die Unterbrechungen eines Fernsehprogramms mit Werbung so alternativ genutzt, 16 Prozent der Befragten verhielten sich so. Kaum weniger war allerdings der Anteil an Personen, die im eigentlichen Programm ebenfalls zum Smartphone griffen: 13 Prozent.
Die Macher der Studie schließen insgesamt auf eine weit verbreitete Gewohnheit, das Internet parallel zum Fernsehen zu nutzen. Zusammen mit dem bekannten Phänomen der rückläufigen Nutzung von Fernsehern durch die junge Generation zeigt sich für herkömmliche TV-Produkte eine insgesamt prekäre Situation.

Quellen:

  • 1 ARD/ZDF-Studie Massenkommunikation 2015
  • 2-5 GfK Crossmedia Link Deutschland, Parallelnutzung von TV und Internet (passive Messung), Dezember 2016

Methodik:

Datenbasis: 1.582 Panelisten des GfK Crossmedia Link (GXL), deren TV Nutzung und Onlinenutzung (Desktop PC, Smartphone, Tablet) kontinuierlich auf allen jeweils genutzten Geräten gemessen wird. Repräsentativ für die deutsche TV & Online Population (14+, 55.0 m)
Verwendete Datenquellen: Gemessene GXL TV Daten und Onlinenutzungsdaten, EPG-Daten, Ebiquity Daten
Zeitraum der Messung: 1 Monat, November 2015
Definition „Parallele Nutzung“: Mindestens 1 Sekunde Überschneidung von gemessener Onlineaktivität und gemessener TV Nutzung

Sophie Wieninger

Author Sophie Wieninger

Mein Name ist Sophie Wieninger und ich studiere Journalistik an der TU Dortmund. Die crossmediale Ausrichtung von MEYER MEDIEN ist für mich eine spannende Herausforderung, weil ich mit Blick auf die Zukunft von der Vernetzung multimedialer Inhalte überzeugt bin.

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